Karpfenrute
Beim Boilieangeln auf Karpfen werden die Ruten meist stationär gefischt, müssen aber hohe Wurfgewichte, weite Distanzen und extreme Belastungen im Drill aushalten. Eine gute Karpfenangelrute ist daher kraftvoll, belastbar und zuverlässig, ohne im Drill zu hart zu sein.
Hier sind die wichtigsten technischen Eigenschaften und worauf es ankommt:
Die ideale Länge der Angelrute
Empfohlen wird eine Rute mit der Standardlänge von 3,60 m (12 ft).
Alternativen:
3,00 m (10 ft): Kürzere Ruten sind handlicher und ideal für Spots in Uferbereichen oder kleine Gewässer.
3,90 m (13 ft): Längere Ruten bieten mehr Wurfweite und Druckkontrolle im Drill, sie sind für größere Gewässer geeignet.
Die ideale Testkurve in lbs (Wurfgewicht)
Bei Karpfenruten wird nicht das Wurfgewicht, sondern die Testkurve angegeben.
2,75 lb: Ideal für mittlere Distanzen und sensibleres Drillen des Karpfens.
3,00 lb: Mit dieser Testkurve verfügt man über eine Allround-Boilierute.
3,25 – 3,50 lb: Geeignet für sehr weite Würfe mit schweren Bleien.
Die Testkurve gibt an, wie viel Kraft nötig ist, um die Rutenspitze im 90°-Winkel zu biegen.
Die ideale Rutenaktion
Empfohlen wird eine Karpfenrute mit einer halbschnellen und progressiven Aktion (Semi Fast).
Progressive Aktion
Die Rute arbeitet gleichmäßig von der Spitze bis ins Handteil.
Man hat einen sehr kontrollierten Drill des Karpfens und weniger Fischverluste.
Semi Fast Aktion
Die Karpfenrute ist etwas straffer im unteren Bereich.
Die Rute hat eine bessere Wurfaufladung und kann dadurch mehr Wurfdistanz erreichen.
Zu schnelle (Fast) Aktionen sind fürs Boilieangeln nicht ideal, da sie die Haken aus dem gehakten Karpfen eher ausschlitzen lassen (man hat weniger Drillpuffer).
Power
Die angegebene Power gibt Auskunft über die grundsätzliche Steifheit des Blanks, sowie seine Widerstandskraft gegen Biegung.
Je nach Wurfgewicht liegt der sinnvolle Power-Bereich für Karpfenruten (Boilieangeln) bei Medium Heavy oder Heavy, da beim Karpfenangeln eine hohe Dauerbelastbarkeit zu erwarten ist.
Eine Karpfenrute muss relativ schwere Bleie (80–120 g) und PVA-Bags werfen können.
Die Rute muss einem langen und harten Drill des Fisches standhalten.
Materialqualität des Blanks
Für das Angeln auf Karpfen sind hochmodulierte Rutenblanks weniger wichtig. Bei einer Karpfenrute wird der Rutenblank daher nicht extrem dünn verarbeitet, sondern bewusst robuster.
Beim Karpfenangeln wirken deutlich höhere Kräfte als z. B. beim Angeln auf Barsch oder Zander.
Das ideale Rutenring-Verteilungskonzept
Empfohlen werden hochwertige Rutenringe aus stabilen, leichten und rostfreien Edelstahlrahmen.
Die Rutenringe sollten relativ groß ausfallen (nur so klein wie nötig). Das Gesamtgewicht der Karpfenrute muss nicht zwingend niedrig gehalten, weil sie zum stationären Angeln verwendet wird. Die Rute liegt die meiste Zeit im Rod Pod.
Der ideale Rollenhalter
Der Rollenhalter muss robust und relativ groß ausfallen, weil man in der Regel mit großen Freilaufrollen auf Karpfen angelt.
Empfohlenes Material:
Graphit oder Carbon (Standard).
Aluminium, dadurch ist eine enorme Robustheit garantiert.
Die ideale Grifflänge und das funktionale Griffmaterial
Beim Angeln auf Karpfen sind relativ lange Griffe (ca. 50 cm bis 65 cm) vorteilhaft:
Längere Griffe ermöglichen einen besseren Hebel für höhere Wurfdistanzen.
Die Karpfenrute kann bei längeren Drills am Körper fixiert werden, eine bessere Druckkontrolle wird ermöglicht.
Ein längerer Griff liegt besser im Rod Pod und es entstehen weniger Kippbewegungen, bei intensiven Bissen.
Empfohlenes Griffmaterial:
EVA-Schaum (Duplon), Schrumpfschlauch oder Naturkork sind die gängigen Standardmaterialien.
Es besteht die Option, dass die Griffelemente um den Rollenhalter herum weggelassen werden.